Senioren dürfen sich freuen: Auch im Jahr 2025 wird die Rente erhöht. Eine Mega-Erhöhung soll es aber nicht werden, auch wenn einige Prognosen ab Oktober 2024 zunächst eine deutliche Steigerung gezeigt hatten. Statt 4,5 Prozent stehen 3,5 Prozent im Raum. Doch jetzt ist klar, ein weiterer Faktor kann noch etwas mehr Geld in der Rente geben.
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Wie laut einem Bericht des Portals t-online.de bekannt geworden ist, soll auch der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung angehoben werden – um 0,2 Prozentpunkte zum 1. Januar 2025.
Rentenerhöhung: Haltelinie hat entscheidende Funktion
Noch, so heißt es, muss der Bundesrat dieser Regierungsverordnung zustimmen. Die Folgen für die Rentenerhöhung sind klar: Sie würde dann zum 1. Juli 2025 etwas größer ausfallen als geschätzt. Statt 3,5 Prozent gäbe es dann 3,6 Prozent mehr.
Auf dem Presseseminar der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Würzburg hat Anja Piel, Bundesvorstandsvorsitzende, dazu erläutert: “Das liegt an der Haltelinie für das Rentenniveau, die im nächsten Jahr gilt, und daran, dass die Rentenbeziehenden durch einen Anstieg des Pflegebeitrags stärker belastet werden als die Versicherten und Arbeitgeber.” Hintergrund: Rentner tragen den Pflegebeitrag allein. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den Beitrag je zur Hälfte.
Und Piel erklärt weiter: “Um das Netto-Rentenniveau von 48 Prozent zu halten, müssen die Brutto-Renten bei einer Anhebung des Pflegebeitrags also stärker steigen als die Löhne. Bei einer Anhebung um 0,2 Prozentpunkte zum 1. Januar 2025 würde die Rentenanpassung am 1. Juli um rund 0,1 Prozentpunkte höher ausfallen.” Würde die Erhöhung der Rente nicht in dieser Form stattfinden, dann würde das Rentenniveau unter die Marke von 48 Prozent fallen – was gesetzlich bis 2025 noch ausgeschlossen ist.
Rente: Mögliche Erhöhungen, finanzielle Folgen, steigende Steuerlast
Die unterschiedlichen Prognosen für eine Rentenerhöhung in einer Liste im Überblick:
800 Euro: + 24 Euro (3 Prozent) / + 32 Euro (4 Prozent) / + 40 Euro (5 Prozent)
900 Euro: + 27 Euro (3 Prozent) / + 36 Euro (4 Prozent) / + 45 Euro (5 Prozent)
1200 Euro: + 36 Euro (3 Prozent) / + 48 Euro (4 Prozent) / + 60 Euro (5 Prozent)
1800 Euro: + 54 Euro (3 Prozent) / + 72 Euro (4 Prozent) / + 90 Euro (5 Prozent)
VORSICHT: Es droht eine Steuerfalle bei der Rentenerhöhung. Die Steuerlast der Rentner wird laut Finanzministerium insgesamt um mehr als vier Milliarden Euro ansteigen. Eine entsprechende Anfrage dazu hatte einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge die Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht.
Fester Termin für Erhöhung der Rente
Bei all den Prognosen und noch ausstehenden Beschlüssen, ist es wichtig zu wissen, dass die tatsächliche Höhe der Rentenanpassung im Juli 2025 immer erst im Frühjahr feststeht.
Auf Nachfrage von inFranken.de hatte die DRV schon erklärt: “Die Berichte zur Höhe der Rentenanpassung im kommenden Jahr können wir derzeit weder bestätigen noch dementieren. Die Höhe der jährlichen Rentenanpassung wird jeweils Mitte März eines Jahres auf Basis der dann vorliegenden Daten festgelegt.”
Erst dann, so heißt es, würden alle notwendigen Daten vorliegen. In dem vergangenen Jahr hatte die Prognose deutlich unter der dann tatsächlichen Rentenerhöhung gelegen. Und damals brauchte es nicht einmal, eine Erhöhung des Pflegebeitrags dafür.
Aus für das Rentenpaket 2: Was jetzt passieren muss
Nach dem Aus für die Ampel ist allerdings auch das geplante Rentenpaket 2 gescheitert – mit Folgen für die Rente.
Jetzt müssten sich laut Bericht, die Bundestagsparteien im kommenden Jahr auf eine solche Regelung einigen. Kommt es nicht dazu, dann könnte demnach das Rentenniveau bis 2029 unter 48 Prozent fallen.
Mit den Neuwahlen kann sich zudem einiges ändern. So will die CDU die Aktiv-Rente einführen. Was Friedrich Merz jetzt plant, würde große Umstellungen für die Rente bringen.